Seit 25 Jahren lernen Kinder hier die Magie der Töne kennen

Höchster Kreisblatt, 30.06.2003

Von Jürgen Dehl

Kriftel. Seit den Schock-Ergebnissen der Pisa-Studie wird viel über die segensreiche Wirkung der Musen geredet. Denn sie, vor allem die Musik, fördert erwiesener Maßen die Leistung von Mathematik bis hin zur Physik. Dabei kommt sträflich zu kurz, dass diese Dinge einen Eigenwert haben und der konnte in schönster Weise beim Fest der Krifteler Musikschule erlebt werden. Der 25. Geburtstag wurde in den Räumen der Lindenschule gefeiert. Im Rahmen des hübschen Festes wurde "offener Unterricht" geboten und da konnte man erleben, wie Kinder in die Welt der Töne stapfen. Es ist Magie, wenn so ein kleiner Wicht oder Wichtin aus einem Instrument endlich einen geraden Ton herausbringt. Da gibt es Strahle-Augen, die sich jeglicher Beschreibung entziehen. Fazit: Eltern sollten sich und ihren Kindern diese Freude gönnen.


Es ist schon ein ziemlich extravagantes Klangerlebnis, wenn eine winzige Dame am Kontrabass "Fuchs du hast die Gans gestohlen" spielt und strahlend den Applaus der nicht älteren Hörerschaft entgegennimmt. Peter Schmutzler, Leiter der Musikschule und Lehrer für Kontrabass, hat aber noch anderes auf Lager. Er spielte eine Melodie auf zwei Saiten und ein Kind durfte auf den beiden tieferen Saiten einen "Schrumm-Bass" zupfen. Ein staunender Besucher: "Ich wusste gar nicht, dass man auf einem Kontrabass auch zu zweit spielen kann."


In der Abteilung Geige hat Christopher Hardt das Sagen. Das feinklingende Instrument ist nicht einfacher als Kontrabass. Gemeinsam haben beide, dass auf dem Griffbett keine Bünde die Saitenlänge angeben. Der richtigen Töne müssen mit viel Gespür allmählich erkundet werden. Da ergibt die zu recht gefürchteten Quietschtöne. Außerdem kann man die Orientierung auf dem Griffbrett verlieren. Wacker sang Hardt die gespielten Melodien mit und wacker hangelten sich die kleinen Spieler am Gesang entlang.


Aus einem anderen Raum tönten Blockflöten-Melodien, für die Ute Frenzel zuständig ist. Auch Cello-Lehrerin Bettina Nüsslin bot die Anleitungen für den Einstieg. In einem anderen Gebäudetrakt waren Instrumente untergebracht, für die Interessenten eine natürlich Freude für Lärm mitbringen müssen. Für Trompete und Horn (Jouri Daniltchenko) trifft das nicht ganz zu, dafür beim Schlagzeug umso heftiger. Jan Gabriel demonstrierte mit einem Schüler, worauf es ankommt. Der Bub machte seine Sache erstaunlich gut und mit Noten konnte er bestens umgehen. Später gab es noch eine zweite Staffel mit anderen Instrumenten, die nicht minder spannend gewesen ist.


Wer sich hier nicht öffentlich produzieren wollte, der konnte ein Heftchen mitnehmen. Darin hat Peter Schmutzler die Hauptinstrumente erklärt und welche Besonderheiten zum Erlernen gehören. Die Schule bietet übrigens Probe-Unterricht und verfügt über Leihinstrumente. Mehr Informationen gibt es unter Telefon (0 6192) 4 36 22.


Natürlich gehört zum Fest einer Musikschule mehr als Unterricht. In der Aula gab es zu Beginn ein Schülervorspiel. Während der Probestunden konnten andere Kinder sich in einer Hüpfburg vergnügen oder sich an den Späßen eines Clowns erfreuen. Die Kinder der Früherziehung (Leitung (Anne Müller) führten ihre frische Künste vor. Im Pausenhof gab es Kaffee und Kuchen. Dort spielte zum Beschluss ein Salonorchester auf. Noch etwas Schönes: Über mangelnden Publikumszuspruch musste keiner klagen.