Die Musiker dürfen mitbestimmen


Höchster Kreisblatt vom 26. September 2011


Vom Grundschul- bis zum Rentenalter ist alles vertreten beim Musikschulorchester Kriftel. Das Repertoire reicht von Klassik bis Pop.

Kriftel. Mit elf Jahren ist Jonathan der Jüngste. Er ist einer der vier Klarinettisten im M.O.K. – die Abkürzung steht für: Musikschulorchester Kriftel. Die Gruppe der Musikschule, die dem Kulturforum angegliedert ist, besteht aus 25 Personen. Sie spielen Holz- und Blechblasinstrumente, es sind aber auch Streicher, Klavier und Schlagzeug mit von der Partie. Genauso gemischt ist die Altersstruktur. "Vom Grundschulalter bis ins Rentenalter ist alles vertreten", erklärt der künstlerische Leiter der Truppe, Simon Gößling. Der Posaunist, Trompeter und Musikpädagoge unterrichtet seit mehreren Jahren in Kriftel wie auch an anderen Schulen.

Das M.O.K. ist im April 2008 (damals noch unter anderem Namen) aufgrund einer Initiative der Kriftelerin Andrea Beck entstanden, deren Tochter von Simon Gößling unterrichtet wird. "Es hatte davor mal ein Projektorchester gegeben, das die Schüler gut fanden", weiß der Musiklehrer, dem die Arbeit mit der Gruppe viel Spaß macht. Gößling war unter anderem fünf Jahre lang Dozent für Posaune und Sinfonisches Blasorchester an der Hochschule für Musik in Mainz. Er bringt daher sehr gute Qualifikationen mit für die künstlerische Leitung.

Teure Arrangements

Von Klassik über Filmmusik bis zu Rock und Pop – das Repertoire des M.O.K. ist vielseitig. Bei der Auswahl der Stücke werden auch Wünsche von Mitgliedern des Orchesters aufgegriffen. Gößling besorgt die Arrangements, also die Noten für die einzelnen Instrumente. Solche Stücke sind nicht ganz billig, sie können schon mal über 100 Euro kosten. Ein Teil der Ausgaben wird über die Mitgliederbeiträge finanziert. Unterstützt wird das M.O.K. aber auch vom Kulturforum sowie gelegentlich von der Gemeinde Kriftel.

Praktische Unterstützung erhält Gößling von Knut Pahlke. Der Krifteler, der zunächst als Cellist im Orchester mitwirkte, später dort Klarinette spielte und sich jetzt auf die Posaune konzentriert, kümmert sich auch um organisatorische Dinge wie um die Terminkoordination. "Vor allem die Kinder und Jugendlichen, die bei uns mitspielen, haben öfter mal keine Zeit und können einzelne Konzerttermine nicht wahrnehmen", so Pahlke. Auch unter diesem Aspekt werden für das M.O.K. noch Musiker gesucht. hk

Wer Interesse hat, sollte einfach mal bei einer Probe vorbeischauen. Geübt wird immer mittwochs von 18.30 bis 19.45 Uhr in der evangelischen Kirche (Immanuel-Kant-Straße. Knut Pahlke ist unter (0 61 92) 4 73 88 erreichbar. (hk)