Neun Fragen an Thorsten Müller


Krifteler Nachrichten, 13.09.2012

In der Musikschule des Kulturforums Kriftel werden Kinder wie auch Erwachsene im Spiel verschiedener Musikinstrumente von Fachkräften unterrichtet, die wir in loser Reihenfolge in dieser Zeitung vorstellen werden. Die Lehrkräfte werden um Beantwortung von neun Fragen gebeten. Heute stellen wir den Diplom-Musiklehrer Thorsten Müller vor. Er ist 35 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Niedernhausen. Sein Instrument ist die Gitarre (auch E-Gitarre).

Es gibt viele ganz unterschiedliche Musikinstrumente. Was ist für Sie das Besondere Ihres Instrumentes?

Die Gitarre ist so vielseitig wie kaum ein anderes Instrument und ist in fast allen Musikstilen zu finden. Zudem ist sie sehr gut zu transportieren und vergleichsweise günstig in der Anschaffung.

Wann haben Sie begonnen, sich aktiv mit Musik zu beschäftigen?

Angefangen hat es in der Lindenschule Kriftel. Ich habe dort im Chor gesungen und Blockflöte gelernt. Danach ging es weiter in der Weingartenschule, wo ich von meinem Musiklehrer in der fünften Klasse als Sänger für die Schulband vorgeschlagen wurde. Dann dauerte es nicht lange, bis ich die Gitarre für mich entdeckte. Von diesem Moment an war es um mich geschehen. Die Gitarre war das Einzige was für mich zählte - ich war wie besessen von diesem Instrument und dem Üben.

Können Sie sich daran erinnern, wie es war, als Sie zum ersten Mal vor Publikum gespielt haben?

Das war wohl mit der Schulband der Weingartenschule. Ich war sehr aufgeregt, habe jedoch die Scheu auf der Bühne sehr schnell überwunden.

Wie ist Ihre weitere Ausbildung verlaufen?

Schon während meiner Zeit an der Weingartenschule hatte ich qualifizierten Unterricht bei mehreren Lehrern der Gitarrenszene. Nach Beendigung der Schule machte ich zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Frankfurter Privatbank Bethmann. Das war eine sehr harte Zeit, in der mir klar wurde, dass ich kein Büromensch war und es niemals sein würde. Bereits während der Ausbildung nahm ich an dem Lernprogramm „Professional Program“ für E-Gitarre teil. Im Anschluss daran studierte ich in Darmstadt an der „Akademie für Tonkunst“ Konzertgitarre bei Prof. Olaf van Gonnissen und bestand am Ende die Diplom-Prüfung mit der Gesamtnote „sehr gut“. Hinzu kamen diverse Fortbildungen und Meisterkurse, an denen ich im Laufe der Jahre teilgenommen habe.

Seit wann unterrichten Sie in Kriftel? Wie viele Schüler unterrichten Sie derzeit an der Musikschule des Kulturforums?

Bereits seit 1997, damals war ich erst 20 Jahre alt, unterrichte ich Gitarre und E-Gitarre an der Musikschule Kriftel. Seit fünf Jahren leite ich außerdem die Band der Musikschule und bin als Fachbereichsleiter für den Fachbereich „Popularmusik“ eingesetzt. Derzeit sind ca. 25 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in meiner Krifteler Klasse.

Welches sind Ihre weiteren musikalischen Aktivitäten?

Neben Solokonzerten gebe ich Konzerte zusammen mit meiner Frau als „Duo Volta“. Außerdem bin ich Mitglied des „Quinteto del Fuego“, das sich mit den Tangowerken des Komponisten Astor Piazzolla beschäftigt. E-Gitarre spiele ich in meiner Projektband „Blue Surf“. Außerdem bereite ich talentierte Schüler auf Wettbewerbe wie „Jugend Musiziert“ vor. Mehrere meiner Schüler konnten dort in den letzten Jahren erste und zweite Preise auch auf Bundesebene gewinnen.

Was bedeutet die Musik für Sie persönlich?

Musik ist für mich Arbeit, Ausgleich und Entspannung oder kurz gesagt mein Leben.

Welche Musik hören Sie derzeit am liebsten? Haben Sie einen Lieblingskomponisten oder ein Lieblingswerk?

Leider höre ich recht wenig Musik, da ich immer selbst am Musizieren bin. Nur beim Autofahren läuft das Radio. Und manchmal bin ich auch froh, wenn es mal keine Musik um mich herum gibt. Da ich musikalisch sehr breit von Blues und Rock bis Klassik aufgestellt bin, habe ich keinen konkreten Liebling.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten, wenn Sie keine Musik machen?

Yoga ist seit einigen Jahren ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Es gibt mir die nötige Ruhe und Gelassenheit in meinem Leben. Sonst beschäftige ich mich gerne mit meinem kleinen Sohn.