Neun Fragen an Markus Hofmann


Pressemeldung vom 02.01.2013

In der Musikschule des Kulturforums Kriftel werden Kinder wie auch Erwachsene im Spiel verschiedener Musikinstrumente von Fachkräften unterrichtet, die wir in loser Reihenfolge in dieser Zeitung vorstellen werden. Die Lehrkräfte werden um Beantwortung von neun Fragen gebeten. Heute stellen wir den Musikpädagogen Markus Hofmann vor. Er ist 41 Jahre alt, wohnt in Hattersheim-Okriftel, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Instrument ist der E-Bass.

Es gibt viele ganz unterschiedliche Musikinstrumente. Was ist für Sie das Besondere Ihres Instrumentes?

Der Bass ist das Bindeglied zwischen Melodie, Harmonie und Rhythmus.

Wann haben Sie begonnen, sich aktiv mit Musik zu beschäftigen?

In der Grundschule habe ich bereits Blockflöte und Akkordeon gespielt. Aber so richtig darüber nachgedacht, was ich eigentlich spielen will, habe ich erst, als ich mit einer Band eigenes Material erarbeitet habe. Da war ich ungefähr 16 Jahre alt. In dieser Zeit kam dann auch der „Kreativfaktor“ dazu, d.h. ich habe nicht einfach irgendwelche Noten versucht nachzuspielen.

Können Sie sich daran erinnern, wie es war, als Sie zum ersten Mal vor Publikum gespielt haben?

Von der Blockflöten- und Akkordeonzeit mal abgesehen - klar: Aufregung, Adrenalinschub, Angstschweiß – rauf auf die Bühne, und es kam mir so vor, als wäre ich direkt wieder runter – obwohl der Auftritt eine Stunde gedauert hatte ...

Wie ist Ihre weitere Ausbildung verlaufen?

Mit 16 hatte ich den ersten Bass in den Fingern, mit 18 den ersten Unterricht. Erst dann fing ich an, wirklich ernsthaft zu üben. Nach dem Abi und Zivildienst wollte ich noch „Rockstar“ mit meiner Band (im Südschwarzwald) werden und habe nebenbei gejobbt. Irgendwann wollte ich der Sache doch ein gewisses Fundament geben und habe an der Frankfurter Musikwerkstatt Jazz- und Popularmusik studiert, mit dem Abschluss Staatlich anerkannter Berufsmusik- und Instrumentalpädagoge.

Seit wann unterrichten Sie in Kriftel? Wie viele Schüler unterrichten Sie derzeit an der Musikschule des Kulturforums?

Seit Ende 2006 bin ich in Kriftel tätig. Momentan habe ich hier vier E-Bass-Schüler.

Welches sind Ihre weiteren musikalischen Aktivitäten?

Seit 2004 leite ich das Berufsintegrationsprojekt „Blinde Musiker“ der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte. Das besteht hauptsächlich aus der Band „Blind Foundation“, in der ich selbst Bass spiele. Im Rahmen der Tätigkeit für die Stiftung gebe ich außerdem Musikunterricht (u.a. für eine Sehbehindertenschule).

Daneben bleibt nicht mehr allzu viel Zeit für andere Bands. Aber ich „gönne“ mir momentan die Jazzgruppe „Fun Jazz Quartett“ mit der Sängerin Jill Gaylord und die Fusionband „Zap-a-lot“. Außerdem spiele ich in Workshops und Konzertprojekten der Popularmusikabteilung der Evangelischen Landeskirche Hessen und Nassau. Und natürlich fallen auch immer mal wieder Aushilfsjobs an. Für die Waldorfschule Wiesbaden leite ich die Schulband.

Was bedeutet die Musik für Sie persönlich?

Kreativität & Kommunikation. An sich selbst zu arbeiten, aber auch die eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren zu lernen. Über allem steht das „Miteinander“, die soziale Intelligenz.

Welche Musik hören Sie derzeit am liebsten?

Gezielt höre ich momentan aus Zeitgründen leider sehr wenig Musik. Durch die Radiosender HR2 und DLF lasse ich mich gerne zufällig inspirieren. Durch meine Tochter komme ich nun auch in den Genuss der angesagten Charthits. Und wenn ich die dann mit Blind Foundation spiele, findet sie das ganz toll, dass der Papa auch so was Modernes kann. Außer dem ständigen Jazzgedudel ...

Haben Sie einen Lieblingskomponisten oder ein Lieblingswerk?

Carla Bley und Steve Swallow.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten, wenn Sie keine Musik machen?

Zeit mit der Familie verbringen, Radfahren - und schlafen.